Kurzgedanke #6

Je größer der Haß, desto kleiner die Welt derjenigen, desto größer der Schmerz der eigenen Unwichtigkeit.

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Kurzgedanke #5

Verzichte nicht auf den täglichen Blick in den Spiegel, auch nicht für den Preis der Beliebtheit.

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Kurzgedanke #4

Eigentlich ist der Tod dein bester Freund, er ist immer für dich da.

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Kurzgedanke #3

Manchmal lohnt es sich zu erkennen, dass es sich nicht gelohnt hat.

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Die letzte Mahlzeit.

-„Hmm, was haben wir denn da. Lass mal sehen, Klöschen, Schweinebraten, jaa, der muss gut vorbereitet sein, im Mund muss er richtig zerfallen, aber ohne pampig zu werden. So richtig delikat muss es sein. Und die Soße, ein Traum ist es, der die gemacht hat, hat Ahnung davon. Salat? Schau mal an, mit schön gerösteten Pinienkernen, oh Mann ich kriege ja richtig Hunger, da fließt einem das Wasser im Mund zusammen. Wein ist auch dabei, riechst du diese delikate süßliche Holz-Note, ich würde sagen Richtung Barrique oder ähnliches…“

– „Ja Mann, recht hast du, bei diesem Essen weiß man, dass man lebt…“

– „He, he, oder, dass man gelebt hat…“

… noch ein kleiner Schnitt an der linken Seite und der Mageninhalt des Unfallopfers kam komplett zum Vorschein. Untersuchungen zu Folge war die Promillegrenze nicht überschritten, daher die Annahme des zu schnellen, den Witterungsverhältnissen nicht angepassten Fahrens wurde nochmal bestätigt. Jetzt nur noch zusammen flicken und dann Feierabend. Die Pathologen waren fast fertig, der eine hat gerade noch den Bericht fertig gestellt, der andere die Instrumente abgewaschen…

– „Na? Was meinst du? Ich glaube, heute Abend gehe ich mit der Frau schön essen…“

– „Ja, der Abend wird richtig gemütlich…“

– „Na dann, ich würde sagen, bis Morgen…“

-„Mach’s gut…“

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Kurzgedanke #2

Bei manchen Menschen ist die Zunge dreckiger als die Hände.

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Kurzgedanke #1

Empathie ist ein Fluch. Man will hassen, sie zwingt aber zu verzeihen.

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Verwerfliche Notwehr (?)

„Auf dem Schwarzmarkt hat sich Willi Germund das Organ eines Afrikaners gekauft. Er könnte dafür ins Gefängnis kommen. Doch handelte er verwerflich?”*

*Quelle: Stern.de

Vor paar Wochen bin ich auf ein Artikel im Stern gestoßen, in dem der Fall des Auslandsreporters Willi Germund beschrieben worden war. Im Großen und Ganzen, bzw. ganz trocken betrachtend, es war ein typischer Beispiel des Angebots und der Nachfrage. Der Afrikaner braucht das Geld und der Auslandsreporter “sah sein Einkommen und seine Existenzgrundlage in Gefahr – und entschied sich, auf dem Schwarzmarkt nach einer Niere zu suchen.”* – für mich, auf deutsch gesagt, er hat einfach Angst um sein Leben gehabt. Laut Gesetz ist solche Vorgehensweise in Deutschland illegal und somit auch strafbar.

Irgendwie kann ich mich in seine Lage versetzen. Auf dem “normalen” Weg, würde es heißen, erst mal abwarten bis die Nieren versagen. (in dem o.b. Fall waren es, glaub’ ich ca. zwei Jahre. Danach Dialyse, ab auf die Warteliste, je nach Schwere und Lebensbedrohung, paar Monate bis paar Jahre Zeit des Bangens, Vegetierens und Hoffens mit unbekannten Ausgang. Würden wir dann nicht versuchen, uns alle möglichen Register zu ziehen, um der Existenzzerstörung, bzw. dem Tod zu entgehen? Auch illegale? Wäre das nicht Notwehr? Laut dem deutschen Gesetz ist es erlaubt, um in einer Notwehrsituation das Leben zu schützen auch zu illegalen Mitteln zu greifen. Mir ist ein Fall bekannt, in dem ein Mann einen Einbrecher aus Notwehr heraus (diese wurde auch nachgewiesen) mit einer illegal besessenen Waffe erschossen hat und musste sich deswegen nicht verantworten. Einzig allein wegen unerlaubten Waffenbesitz wurde er zur einer Geldstrafe verurteilt.

Ich weiß, wenn man auf Raten aus dem Leben verschwindet, es ist nicht akut, um es als Notwehr gelten zu lassen, aber mal ehrlich, hätten wir die Möglichkeit, würden wir auch die nicht nutzen? Eine sehr komplizierte Frage, meines Erachtens. Natürlich sagt uns die Moral, dass es verwerflich ist, dass die Not des Anderen dann schamlos ausgenutzt wird. Andererseits hat man einfach diese stinknormale Angst, diesen Urinstinkt des Überlebens, in diesem Moment vergessen wir diese Nächstenliebe, die wir schon seit Kindheitstagen eingeflossen bekommen, in diesem Moment sehen wir nur uns und unseres Problem den Hals aus der Schlinge zu ziehen.

Und da ist man nur sich selbst der Nächste.

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Gunslinger.

Der Nebel schleicht sich über den Weg. In der Ferne hört man leise Schritte, sie sind von der Furcht gezeichnet. Gleichzeitig spricht der Rhythmus aber ‘ne gewisse Verbissenheit aus. Sie kommen immer näher, am Ende des Weges erscheint eine graue Gestalt, zu erkennen sind die schulterlange Haare, das Gesicht ist mit der Dunkelheit umhüllt, zu tief sitzt der Hut über der Stirn. Der Mantel schleift über den Staub des Weges. Zwei glühende Kohle, die Augen markierend, stechen durch die Dunkelheit, aufmerksam die Gegend beobachtend. Die Lippen dunkelrot, nicht auf den ersten Blick zu erkennen, es ist eine Frau. Sie sucht. Sie pocht, ES zu finden. Die Hände, nur anscheinend ganz locker, hängen über die silbernen Colts, nein, sie sind mit ihnen bereits verschmolzen. Bereit in einem Bruchteil einer Sekunde alles auszulöschen, was IHREN Weg kreuzt.

Plötzlich, ganz vorne, haben die glühenden Kohle das Ziel erfasst und fixiert:

BANG!

“Der einzige Weg wäre die völlige Zerstörung.”

BANG! BANG! BAANG!

“Ich weiß,  dass ich es nicht ertragen kann.”

“Mach die Augen auf. Du darfst nicht schlafen.”

“Ich brenne.”

BAAAANG!!! BAAAANG!!!

“Ich brenne.”

“Ich brenne.”

Die Hände und Arme arbeiten jetzt wie zwei Blitze, das Nachladen ist dem Atemzug gleich, schnell und präzise, sich aber der Ewigkeit anfühlend:

BANG! BANG! BANG!

“Still und heimlich schleicht es sich in mein Herz.”

“Die Wolken, wie sie aufziehen und wieder verschwinden?”

“Halt mich fest.”

BANG! BANG! BANG!

“Die Blätter fallen langsam und leise.”

“Es raubt mir meine Kraft und stiehlt mir meine Zeit.”

“Die Kälte durch den Körper ziehen lassen.”

Nochmal nachladen, es klemmt, verdammt nochmal! Die Finger suchen zitternd nach den nächsten Patronen:

BANG! BANG! BAAANG!

“Ich riskier was für die Liebe.”

“Ich schätze mich selbst als Mensch.”

“Es gibt zwei von mir.”

BAAAAAAAAAANG!!!!!

“Fick dich Leben.”

Erschöpft steht die Gestalt mitten im Weg, die Mündungen der Revolver, glühend heiß, der Rauch sättigt die Luft, brennt den Augen die letzten Tränen aus…

Eine unendliche Ruhe fängt an, wie Tausend Glocken, den Kopf in splitterkleine Stückchen zu zersetzen, der Blick verschwommen, sie versucht das Gleichgewicht NICHT zu verlieren, sie wagt die ersten Schritte nach vorn.

Es klirrt unter den Füssen…

Sie schaut nach unten, die Augen werden größer…

…hunderte kleine Spiegelscherben liegen auf dem Boden.

In Widmung an ein Revolvermädchen.

„Munition“ by C.

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Traurig.

Traurig sitzt du da. Der stille Schrei prallt gegen die Wände, kommt zurück und lässt deinen Kopf explodieren. Du bist nicht mehr deiner Sinne mächtig, der Schmerz betäubt deine Glieder, du bist wie gelähmt. Die Haut fühlt sich an, wie nach links gedreht, du berührst deine Hände und du spürst nichts. Die Tränen schmecken nach Blut, die Haare riechen nach Tod, dein Atem ist von der Machtlosigkeit erfüllt. Du versuchst aufzustehen, die Wände drehen sich mit berauschenden Geschwindigkeit, du findest den Ausgang nicht. Du bist, wie im Trance, versuchst aufzuwachen, es geht aber nicht. Du stellst dir vor, du bist eigentlich wach, nur alles  andere ist der Traum um dich herum. Die normalen Dinge des Lebens erscheinen dir auf einmal, wie nicht zu überwindende Aufgaben. Gott, wo bist du?

Mitten im Zimmer erscheinen die großen Augen. In deiner Verzweiflung hast du die vergessen. Sie sind nicht traurig, sie sind überrascht. Du nimmst sie hoch, sie lächeln dich an, du spürst, wie das Blut wieder durch deine Adern schießt. Du lebst.

Die Nacht kommt.

Der Tag kommt.

Traurig sitzt du da. Der stille Schrei prallt gegen die Wände, kommt zurück und lässt deinen Kopf explodieren…

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