Verwerfliche Notwehr (?)

„Auf dem Schwarzmarkt hat sich Willi Germund das Organ eines Afrikaners gekauft. Er könnte dafür ins Gefängnis kommen. Doch handelte er verwerflich?”*

*Quelle: Stern.de

Vor paar Wochen bin ich auf ein Artikel im Stern gestoßen, in dem der Fall des Auslandsreporters Willi Germund beschrieben worden war. Im Großen und Ganzen, bzw. ganz trocken betrachtend, es war ein typischer Beispiel des Angebots und der Nachfrage. Der Afrikaner braucht das Geld und der Auslandsreporter “sah sein Einkommen und seine Existenzgrundlage in Gefahr – und entschied sich, auf dem Schwarzmarkt nach einer Niere zu suchen.”* – für mich, auf deutsch gesagt, er hat einfach Angst um sein Leben gehabt. Laut Gesetz ist solche Vorgehensweise in Deutschland illegal und somit auch strafbar.

Irgendwie kann ich mich in seine Lage versetzen. Auf dem “normalen” Weg, würde es heißen, erst mal abwarten bis die Nieren versagen. (in dem o.b. Fall waren es, glaub’ ich ca. zwei Jahre. Danach Dialyse, ab auf die Warteliste, je nach Schwere und Lebensbedrohung, paar Monate bis paar Jahre Zeit des Bangens, Vegetierens und Hoffens mit unbekannten Ausgang. Würden wir dann nicht versuchen, uns alle möglichen Register zu ziehen, um der Existenzzerstörung, bzw. dem Tod zu entgehen? Auch illegale? Wäre das nicht Notwehr? Laut dem deutschen Gesetz ist es erlaubt, um in einer Notwehrsituation das Leben zu schützen auch zu illegalen Mitteln zu greifen. Mir ist ein Fall bekannt, in dem ein Mann einen Einbrecher aus Notwehr heraus (diese wurde auch nachgewiesen) mit einer illegal besessenen Waffe erschossen hat und musste sich deswegen nicht verantworten. Einzig allein wegen unerlaubten Waffenbesitz wurde er zur einer Geldstrafe verurteilt.

Ich weiß, wenn man auf Raten aus dem Leben verschwindet, es ist nicht akut, um es als Notwehr gelten zu lassen, aber mal ehrlich, hätten wir die Möglichkeit, würden wir auch die nicht nutzen? Eine sehr komplizierte Frage, meines Erachtens. Natürlich sagt uns die Moral, dass es verwerflich ist, dass die Not des Anderen dann schamlos ausgenutzt wird. Andererseits hat man einfach diese stinknormale Angst, diesen Urinstinkt des Überlebens, in diesem Moment vergessen wir diese Nächstenliebe, die wir schon seit Kindheitstagen eingeflossen bekommen, in diesem Moment sehen wir nur uns und unseres Problem den Hals aus der Schlinge zu ziehen.

Und da ist man nur sich selbst der Nächste.

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Gunslinger.

Der Nebel schleicht sich über den Weg. In der Ferne hört man leise Schritte, sie sind von der Furcht gezeichnet. Gleichzeitig spricht der Rhythmus aber ‘ne gewisse Verbissenheit aus. Sie kommen immer näher, am Ende des Weges erscheint eine graue Gestalt, zu erkennen sind die schulterlange Haare, das Gesicht ist mit der Dunkelheit umhüllt, zu tief sitzt der Hut über der Stirn. Der Mantel schleift über den Staub des Weges. Zwei glühende Kohle, die Augen markierend, stechen durch die Dunkelheit, aufmerksam die Gegend beobachtend. Die Lippen dunkelrot, nicht auf den ersten Blick zu erkennen, es ist eine Frau. Sie sucht. Sie pocht, ES zu finden. Die Hände, nur anscheinend ganz locker, hängen über die silbernen Colts, nein, sie sind mit ihnen bereits verschmolzen. Bereit in einem Bruchteil einer Sekunde alles auszulöschen, was IHREN Weg kreuzt.

Plötzlich, ganz vorne, haben die glühenden Kohle das Ziel erfasst und fixiert:

BANG!

“Der einzige Weg wäre die völlige Zerstörung.”

BANG! BANG! BAANG!

“Ich weiß,  dass ich es nicht ertragen kann.”

“Mach die Augen auf. Du darfst nicht schlafen.”

“Ich brenne.”

BAAAANG!!! BAAAANG!!!

“Ich brenne.”

“Ich brenne.”

Die Hände und Arme arbeiten jetzt wie zwei Blitze, das Nachladen ist dem Atemzug gleich, schnell und präzise, sich aber der Ewigkeit anfühlend:

BANG! BANG! BANG!

“Still und heimlich schleicht es sich in mein Herz.”

“Die Wolken, wie sie aufziehen und wieder verschwinden?”

“Halt mich fest.”

BANG! BANG! BANG!

“Die Blätter fallen langsam und leise.”

“Es raubt mir meine Kraft und stiehlt mir meine Zeit.”

“Die Kälte durch den Körper ziehen lassen.”

Nochmal nachladen, es klemmt, verdammt nochmal! Die Finger suchen zitternd nach den nächsten Patronen:

BANG! BANG! BAAANG!

“Ich riskier was für die Liebe.”

“Ich schätze mich selbst als Mensch.”

“Es gibt zwei von mir.”

BAAAAAAAAAANG!!!!!

“Fick dich Leben.”

Erschöpft steht die Gestalt mitten im Weg, die Mündungen der Revolver, glühend heiß, der Rauch sättigt die Luft, brennt den Augen die letzten Tränen aus…

Eine unendliche Ruhe fängt an, wie Tausend Glocken, den Kopf in splitterkleine Stückchen zu zersetzen, der Blick verschwommen, sie versucht das Gleichgewicht NICHT zu verlieren, sie wagt die ersten Schritte nach vorn.

Es klirrt unter den Füssen…

Sie schaut nach unten, die Augen werden größer…

…hunderte kleine Spiegelscherben liegen auf dem Boden.

In Widmung an ein Revolvermädchen.

„Munition“ by C.

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Traurig.

Traurig sitzt du da. Der stille Schrei prallt gegen die Wände, kommt zurück und lässt deinen Kopf explodieren. Du bist nicht mehr deiner Sinne mächtig, der Schmerz betäubt deine Glieder, du bist wie gelähmt. Die Haut fühlt sich an, wie nach links gedreht, du berührst deine Hände und du spürst nichts. Die Tränen schmecken nach Blut, die Haare riechen nach Tod, dein Atem ist von der Machtlosigkeit erfüllt. Du versuchst aufzustehen, die Wände drehen sich mit berauschenden Geschwindigkeit, du findest den Ausgang nicht. Du bist, wie im Trance, versuchst aufzuwachen, es geht aber nicht. Du stellst dir vor, du bist eigentlich wach, nur alles  andere ist der Traum um dich herum. Die normalen Dinge des Lebens erscheinen dir auf einmal, wie nicht zu überwindende Aufgaben. Gott, wo bist du?

Mitten im Zimmer erscheinen die großen Augen. In deiner Verzweiflung hast du die vergessen. Sie sind nicht traurig, sie sind überrascht. Du nimmst sie hoch, sie lächeln dich an, du spürst, wie das Blut wieder durch deine Adern schießt. Du lebst.

Die Nacht kommt.

Der Tag kommt.

Traurig sitzt du da. Der stille Schrei prallt gegen die Wände, kommt zurück und lässt deinen Kopf explodieren…

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Lieber Tod…

…muss du wirklich in jedem Augenblick deines Lebens deiner Existenz ein Arschloch sein? Ist dir da zufälliger Weise nicht ein klitzekleiner Planungsfehler unterlaufen? Zählt für dich nur die Quote? Wie wär’s mit ein Bisschen Qualität?! Nicht einfach x-beliebige Seelen unter die Nagel reißen, nein, ein wenig Ehrgeiz hätte ich schon von dir erwartet. Nimm dir doch zuerst die vor, die dein Besuch wirklich verdienen. Klar, unschuldige Leute, die mitten im Leben stehen, sind eine leichte Beute, die schlechten dagegen arbeiten sogar für dich, für deine Quote, damit du bei deinem Chef immer als Mitarbeiter des Monats glänzen kannst. Verdammt nochmal, hast du etwa Schiss vor der Arbeitslosigkeit? Geht das nicht in dein Dickschädel, dass du uns alle irgendwann mal aufsuchen musst?! Ich weiß doch, du kannst auch anders. Oder? Manchmal, wenn wir in schwerer Krankheit vor sich hin vegetieren, jeglicher Sinne beraubt, da bist du auf einmal so gütig und befreist uns von dem Leiden, damit wir friedlich einschlafen können. Oder ist es vielleicht die Ungeduld, die dich treibt, endlich noch ein Leben sich nehmen zu dürfen? Ja genau! Das ist es! Hätte ich fast vergessen, die Quote! Des Gottes fleißigster Mitarbeiter, das gefällt dir, nicht wahr?! Oh sorry, hab vergessen, du bist eigentlich ein Atheist, nicht wahr? Ob jemand an Gott, welchen auch immer, glaubt, ist dir egal. Deine Dienstleistung ist quasi konfessionsunabhängig.

Eine Anmerkung habe ich noch: Nicht zu fleißig sein, denn ohne uns auch kein Tod.

Für V. [‘]

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Gier.

Komm, wisch dir bitte den Mund ab. Ja, ja, dich meine ich doch, den kleinen gierigen Pöbel, gierig sabbernd nach mehr Gerechtigkeit. Egal, wie viel du von dem Stoff kriegst, es ist nie genug. Du hängst ja so gerne an den Lippen des großen unabhängigen Bruders, du lauschst seinen Worten nach, noch ein Bisschen und noch ein Bisschen… Jedes Wort, das dir ins Ohr fällt, ist wie ein Höhepunkt, wie ein Orgasmus, der dein Ego explodieren lässt. Du wärest doch sooo gerne, wie der andere, dem jetzt gerade an den Kragen geht. Du bist so neidisch, bis zu Perversion neidisch, nur weil du NICHT so bist, wie er. “Kreuzigt ihn, kreuzigt ihn”, dein Geschrei kann man kilometerweit hören, dieser Schrei nach Vergeltung, der betäubt ja so gut dein Schmerz der Unwichtigkeit, dein Schmerz des kleinen, grauen, unbedeutsamen Menschen, der die einzige Befriedigung im Fall des Anderen findet.

Na, fühlst du dich jetzt entspannt, vielleicht rauchst du dir ein Zigarettchen danach, Belohnungseffekt schlechthin, nicht wahr? Morgen stehst du wieder auf, gehst wieder zur Arbeit, bist wieder ein kleines Rädchen im System. Und lauschst wieder nach den neuen, kleinen, schmerzlindernden Worten, nach der Droge, die dich, den kleinen gierigen Pöbel, einfach weiterleben lässt, in Überzeugung ein guter Mensch zu sein, aber leider ohne die Erkenntnis, dass man selbst nie jemals was Gutes getan hat.

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Mr. Prism

In heutigem Artikel bei Stern.de über Edward Snowden steht, dass Barack Obama gesagt hat: “…die USA versuchten im Gespräch mit den betroffenen Ländern „sicherzustellen, dass das Recht zum Zuge kommt“.”

Recht? Weiß die Regierung der Vereinigten Staaten, was dieses Wort überhaupt bedeutet? Diejenigen, die ständig das nationale, wie auch das internationale Recht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, rücksichtslos und menschenverachtend, brechen und mit Füssen treten, diese Leute wollen uns allen erklären, was Recht ist??? Welches Recht meinen sie damit? Das Recht sich über das Recht hinweg zu setzten? Das Recht sich überall einzumischen? Das Recht die Weltpolizei zu spielen? Das Recht, Menschen zu entführen? Das Recht Menschen zu töten? Das Recht zu ÜBERWACHEN?!

Nein, nein, Mr. Obama, so nicht. Es geht Sie `nen feuchten Dreck an, wie, was, wo und wer was tut oder lässt. Mich interessiert auch nicht, ob Sie heute grüne oder rote Unterhose drunter tragen. Ich hoffe nur sehr, dass der Inhalt der Dokumente, die bald der Öffentlichkeit präsentiert werden, so kompromittierend sein wird, dass endlich der ganzen Welt gezeigt wird, wie “aufrichtig” Ihre Regierung sich genau dieser Welt zu präsentieren vermag.

Viel Spaß bei der Lektüre. Smiley mit herausgestreckter Zunge

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Niveaulos.

Heute bei bild.de:

“Lesen Sie Ihren Vertrag, Herr Lewandowski!

Von WALTER M. STRATEN

Wünsche darf man haben. Dass Robert Lewandowski von einem Wechsel zum FC Bayern träumt, warum nicht?

Aber: Das Nein der Dortmunder – zumal mit Gehalts-Verdreifachung versüßt – muss er jetzt professionell akzeptieren.

Zur Erinnerung, Herr Lewandowski:

Ihr Vertrag in Dortmund läuft bis Sommer 2014. Bis dahin haben Sie verdammt noch mal die Pflicht, Ihre Leistung für Ihren Arbeitgeber zu bringen – wie jeder andere Arbeitnehmer auch!

Falls Sie Deutsch nicht so genau verstehen, hier die polnische Übersetzung:

Panie Lewandowski, panska umowa o prace w Dortmundzie jest wazna az do lata 2014. Do tego czasu ma Pan przeklety obowiazek wypelniac zobowiazania wobec pracodawcy – podobnie jak kazdy inny pracobiorca.

P.S.: Die Bayern haben Dortmund nicht mal ein offizielles Angebot auf den Tisch gelegt. Deren Wunsch nach Lewandowski scheint nicht so groß zu sein.”

Quelle: bild.de

Sehr geehrter Herr Straten.

Ja, ja, diese typische deutsche Überheblichkeit und daraus resultierende Ratlosigkeit in der Wort- bzw. Sprachwahl. Ist Ihnen als Kommentar wirklich nichts Anderes eingefallen? Bis zu der deutschen “Übersetzung” sind wir der gleichen Meinung, da gebe ich Ihnen auch gerne Recht. Aber was danach kommt, ich bitte Sie, mehr haben Sie nicht drauf? Hat da etwa die Schreibmuse versagt? Tja, hat diese den Abflug gemacht, da fängt man aus lauter, schon oben erwähnten Ratlosigkeit, andere zu beleidigen.

…Wie klein ist das denn?

Zur Erinnerung, Herr Straten:

Die Fähigkeit andere Menschen treffend, aber auch gleichzeitig niveauvoll zu kritisieren ist und bleibt nur wenigen Personen vorbehalten. Es ist eine Gabe, die nicht jeder besitzt. Und ich glaube, dass diese ist, meiner freien Meinung nach, Ihnen leider vorenthalten worden.

Hochachtungsvoll

littletraitor

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